Rofanspitze

Marsch von Steinberg nach Buchau

Gemessen an den eindrucksvollen Berggestalten des Rofans, die mit schroffen Kalkwänden so richtig protzen, ist die Rofanspitze mit weiten Grashängen am Gipfel ein vergleichsweise unauffälliger Gipfel. Trotzdem ist sie immerhin nach der Hochiß die zweithöchste Erhebung des Rofangebirges. Zwei Seilbahnen fahren ins Rofan hinauf, die eine von Kramsach zum Sonnwendjoch, östlich des schönen Zireinsees, die andere von Maurach zum Rofan. Diese Bahnen könnten die Wanderung enorm erleichtern, aber man kommt damit auch nicht zu den vielen schönen Abschnitten der landschafltich großartigen Tour. Sie ist arg lang und anstrengend, beim Anstieg zum Gipfel braucht man sogar etwas Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Die Tour beginnt in Steinberg am Rofan und endet in Buchau am Achensee. Um den Ausgangspunkt wieder zu erreichen, ist man auf ein zweites Auto oder ein Fahrrad angewiesen, seit die Buslinie nach Steinberg eingetellt ist.

Kurzinfo:

Region: Rofan
Tourenart: Bergwandertour
erreichte Gipfel: Rofanspitze (2259 m)
Dauer: 7:30 Stunden
Schwierigkeit: Beste Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung.
Höhenunterschied: 1239 im Aufstieg, 1310 m im Abstieg
Streckenlänge: ca. 19,5 km

Startpunkt: Obersteinberg (südlich von Steinberg) im Rofan, 1020 m

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bahnhof Jenbach – Bus nach Achenkirch – umsteigen in den Bus nach Steinberg. Vom Bahnhof Tegernsee mit dem Bus Linie 9550 über Kreuth nach Achenkirch, dort umsteigen in den Bus nach Steinberg
Mit PKW: Von München: Autobahnausfahrt Holzkirchen – Tegernsee – Achenpaß – Abzweigung in Achenkirch nach Steinberg (mautfrei!) Inntalautobahn Ausfahrt – Wiesing Achensee – Richtung Achenkirch – Steinberg

Tourenbeschreibung:

Die Ortschaft Obersteinberg verlassen wir am Holzermahdweg gegen Süden. Er führt hoch über der wilden und tiefen Schlucht des Grundbaches mit eindrucksvollen Tiefblicken durch schütteren Wald dahin und fällt dann deutlich zum Gaismoosbach ab, den er auf einer Brücke quert. Anschließend steigt der Weg wieder an und führt gegen Süden weiter, bis er kurz vor der Holzermahdalm bergab zu einem Sträßchen stößt. Dort müssen wir links abbiegen und in Kehren zur Grundache hinab, die bei 1206 m nach rechts gequert wird. Ein Stück gehen wir gegen Nordosten weiter, bis wir uns wieder rechts halten und gegen Süden in den Schauertalgraben hinein gehen. Ein schmaler, markierter Weg führt im Wald links steil hinauf und aus dem Graben hinaus, bis er in eine Forststraße mündet. Dort schwenken wir nach rechts und bei der Straßenverzweigung gleich darauf wieder nach links. Bald kommen wir zu einem wilden Bachlauf, dem wir bergwärts folgen. Wir verlassen das Bachufer etwas nach links und gehen in einen Graben hinein, der das Bachbett mehrmals quert, bis wir an markierter Stelle nach rechts aus dem Graben herauskommen. Nun steigen wir auf einem Höhenzug zwischen zwei Bachgräben im Wald zur malerischen Lichtung auf, in der die Schauertalalm steht.

Von der Alm müssen wir nach links, ein paar Meter absteigen und über einen Graben hinweg, dann aber gleich wieder rechts halten und am Steiglein durch die Latschen, immer steiler hinauf. Weiter oben lichtet sich das Latschengebüsch, und wir steigen über grobe Steine, streckenweise sehr steil, in den Schauertalsattel hinauf. Nun gehen wir die weite Talsenke östlich des Zireinsees aus, wenden uns gegen Westen und stoßen nach einer kleinen Hütte zum malerisch gelegenen Zireinsee. Er liegt idyllisch vor der wilden Kulisse der scharfgeschnittenen Höhen des Rofangebirges.

Mit diesem Zireinsee hat es eine besondere Bewandnis. Es gibt im Wasser nicht nur eine grimmige Schlange, auch Gold ist dort in Massen versenkt. Der Senner auf der kleinen Hütte, an der wir eben vorbei gegangen sind, ist eines Tages von einem kleinen Männchen aufgefordert worden, seine Hütte mit Lehm auszubessern. Da der Senn dort noch nie Lehm gefunden hatte (wir werden ihn noch zur Genüge antreffen), zeigte ihm das Männlein auch gleich, wo er das Ausbesserungsmaterial zu holen habe. Fleißig hat der Bursche die Hütte ausbessert, und weils so gut ging, auch gleich noch den Ofen dazu. Über Nacht ist alles zu reinem Gold geworden, Solche Kräfte wirken also am Zireinsee.

Wir folgen dem markierten, arg lehmigen Steig, der am Südufer des Zireinsees dahinführt, nach Westen bis zur Abzweigung auf 1905 m, kurz vor der Marchalm, wo ein Notruftelefon installiert ist. Dort biegen wir links ab und queren am Steig die Hänge nordöstlich der Rofanspitze.

Die Wegspur wird steiler und führt in Felsengelände hinein. Über längere Abschnitte ist sie mit Drahtseilen gut gesichert. Dieser Felsensteig endet in einem Sattel, der zu Saisonbeginn wegen einer mächtigen Wächte nicht erreicht werden kann. In diesem Falle müssen wir der beschilderten Wächtenumgehung folgen, die über steile Grashänge rechts vom Sattel hinaufleitet. Oben erreichen wir eine Geländekante, von der wir über weite Grashänge zum unscheinbaren Gipfel der Rofanspitze schräg hinüberqueren.

Vom Rofanspitz-Gipfel steigen wir auf einem markierten Pfad gegen Westen ab, in den Sattel oberhalb des Grubersees hinein und durch muldiges Gelände unterhalb der markanten Haidachstellwand nach Südwesten zur Bergstation der Rofan-Seilbahn und dem Berggasthof Rofan. Von dort könnten wir mit der Seilbahn nach Maurach hinabschweben. Sportlicher ist der Abstieg am schönen Wanderweg in einem weiten Rechtsbogen zur bewirtschafteten Dalfazer Alm und von dort steil und in vielen Kehren nach Südwesten über Weidehänge, unten im Wald, zur neuen Almerschließungsstraße, mit der auch dem Berg schwere Wunden zugefügt worden sind.

Wenn wir Lust haben, können wir uns noch einen Abstecher zum eindrucksvollen Dalfazer Wasserfall gönnen. Dann wandern wir am Bergweg nach Buchau hinunter, um mit dem bereitgestellten Auto bzw. Rad zum Ausgangspunkt zurückzufahren.

Am langen Anstiegsweg von Steinberg zur Rofanspitze geht es anfangs
durch sattgrüne Wälder.